• 18Aug

    Bundestagskandidaten diskutieren in Werkstatt für behinderte Menschen

    Altkreis Halle (WB). 550 Menschen mit Behinderungen haben sich fit für die Bundestagswahl am 27. September gemacht. Zum ersten Mal trafen die Kandidaten aus dem Kreis aufeinander.

    Auf Einladung des Werkstattrates und der Geschäftsführung der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) standen die vier Bundestagskandidaten in Gütersloh Rede und Antwort. »Von den rund 230 000 Wahlberechtigten im Kreis sind 22 600 Menschen nach unserem Recht als Schwerbehinderte anerkannt«, sagte Werkstatt-Geschäftsführer Martin Henke. Das sei keine kleine Gruppe und der volle Saal zeige, wie wach das Interesse an der Politik sei.

    Mit dieser Veranstaltung im Superwahljahr 2009 wolle man zwei Ziele erreichen, erklärte Henke: Die Belange von Menschen mit Behinderungen sollen im Wahlkampf Gehör finden. Und: Man wolle klar machen, dass Demokratie nicht nur Talkrunden im Fernsehen und bunte Plakate im Wahlkampf sei. So gaben sich die Kandidaten Ralph Brinkhaus (CDU), Klaus Brandner (SPD), Heiner Kamp (FDP) und Marco Mantovanelli (Die Grünen) die größte Mühe, sich auf die Fragen ihrer Gastgeber einzustellen. Und die hatten es in sich.

    Politiker wären keine Politiker, wenn sie nicht auf alle auch noch so schwierigen Fragen keine Antworten wüssten. So will sich Klaus Brandner für eine starke Behindertenpolitik in Berlin einsetzen, und für den Grünen-Kandidaten Marco Mantovanelli hat die Politik gerade in diesem Punkt noch einen großen Nachholbedarf. Ralph Brinkhaus lobte die Arbeit der Werkstatt für Behinderte: »Hier gibt es 1300 Beschäftigte. Damit sind Sie eines der größten Unternehmen im Kreis. Ihre Arbeit ist top, sonst bekämen Sie nicht so viel Aufträge.« Und Heiner Kamp will noch mehr Integration der Behinderten: »Solche Werkstätten sind wichtig.«

    Doch die Finanzkrise ist nicht ganz spurlos an der Werkstatt vorbeigegangen. Geschäftsführer Martin Henke beklagt die Einbrüche im Umsatz: »Es ist schwer für uns. Das liegt am Preisdruck der Auftraggeber. Doch wir profitieren von der wirtschaftlichen Stärke des Kreises.«

    Quelle: Westfalenblatt vom 18.08.2009

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