• 20Sep

    Halle/Kreis Gütersloh. Heiner Kamp, 45-jähriger selbstständiger Unternehmensberater aus Versmold, tritt zum zweiten Mal als Kandidat der Freien Demokraten bei der Bundestageswahl an. Der Diplom- Kaufmann war mit seinem letzten Ergebnis zufrieden und möchte bei der Wahl in einer Woche das Ergebnis noch toppen. In einem Gepräch mit unserer Zeitung haben wir ihn nach seinen politischen Zielen befragt.

    Herr Kamp, vielleicht stellen Sie sich einmal kurz vor, für die Menschen, die Sie noch nicht kennnen:

    Heiner Kamp: Ich bin seit 1993 mit meiner Frau Anke verheiratet, wir haben keine Kinder. Zu meinen Hobbies zählen Ski- und Radfahren, daher verbringen wir unsere Urlaube auch gerne in den Bergen oder auf den Nordseeinseln. Sehr gut entspannen kann ich in der Sauna. In der Politik bin ich seit 2004. Sehr gute Ergebnisse konnte ich auch bei den Kommunalwahlen 2004 und 2009 erreichen.

    Sie treten zum zweiten Male für die FDP an, warum machen Sie das? Chancen, direkt gewählt zu werden, haben Sie ja nicht.

    Kamp: Wenn ich nach fünfjähriger Parteizugehörigkeit das Vertrauen der Parteifreunde für zwei Bundestagskandidaturen habe, ist es für mich auf Bitten meiner Parteifreunde hin eine Selbstverständlichkeit, aber auch eine Ehre, zu kandidieren. Ich werde daher nicht nur für meine Kollegen der FDP in OWL, sondern für alle Menschen maximalen Einsatz für den dringend notwendigen Politikwechsel zeigen.

    Wie viel Prozent möchten Sie für Ihre Partei ergattern?

    Kamp: Es sollten mindestens 13,5 bis 14 Prozent sein, damit mein Listenplatz 19 in NRW zieht. Es dürfen aber gerne ein paar Prozentpunkte mehr sein. Je stärker die FDP aus der Wahl hervorgeht, desto emehr liberale Forderungen können wir umsetzen. Die FDP gilt nicht als klassische Volkspartei, die für sich in Anspruch nimmt, die Interessen zwischen den sozial schwachen und den reicheren Menschen abzudecken.

    Welchen Wählerkreis sprechen Sie mit Ihrer Politik an?

    Kamp: Da bin ich anderer Meinung. In unserem aktuellen Wahlprogramm liegen die Schwerpunkte bei den Interessen der Mittelschicht und desMittelstandes. Die Menschen, die in Deutschland den Karren aus dem Dreck ziehen, die Unternehmer, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, die Pioniersinn, Mut und Verantwortungsbereitschaft zeigen, die Menschen, denen der Staat immer weniger Netto vom Brutto übrig lässt, die Menschen, die bedürftig und eben nicht findig sind, die wollen und werden wir mit unserer Politik ansprechen. Dass uns dies gelingt, zeigen nicht zuletzt die sehr guten Wahlergebnisse. Im Übrigen heißt unser Wahlprogramm 2009 »Die Mitte stärken«. Hieran sehen Sie unseren Anspruch.

    Welche Ziele haben Sie denn politisch und was versprechen Sie IhrenWählern?

    Kamp: Ich persönlich möchte mich in Berlin für Reformen einsetzen, die den Namen verdienen. Wir fordern ein Steuernund Abgabensystem, das niedrig, einfach und gerecht ist. Wir wollen mehr Netto vom Brutto für mehr Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand. Wir fordern ein Gesundheitssystem, das Gesundheit wieder für alle bezahlbar macht. Wir bewegen uns immer weiter auf eine Staatsmedizin zu, der Gesundheitsfonds, der alles teurer und nichts besser macht, ist erst der Anfang. Ich kann hier leider einen dringend notwendigen Wettbewerb nicht erkennen. Ich verspreche den Wählerinnen und Wählern, dass ich mich als ihr gewählter Abgeordneter für das Erreichen der Ziele mit allen Kräften einsetzen werde.

    Halten Sie als Diplom-Kaufmann in der gegenwärtigen Situation Steuersenkungen wirklich für machbar?

    Kamp: Hierzu muss man kein Diplom-Kaufmann sein. Man sollte nur nicht auf die Menschen hören, die in guten Jahren das Geld der Steuerzahler verplempert haben und nach Konjunkturprogrammen mit fünf Milliarden Abwrackprämie für Altautos stöhnen, es sei kein Geld mehr da. Hätte der Staat in 2009 nicht 43,4 Milliarden mehr ausgegeben als zu Beginn der so genannten Großen Koalition in 2005, wäre unsere Steuerreform schon finanziert. Das Problem besteht also auf der Ausgabenseite. Nun zur Machbarkeit unserer Forderungen: Ja, wir treten für eine Steuer- und Abgabensenkung ein. Der Mittelstand und die Mittelschicht werden zu stark belastet. Wir wollen mit einem einfachen, gerechten und niedrigen System Anreize schaffen: für Unternehmen zu investieren, für Konsumenten zu konsumieren. Eine steigende Nachfrage nach Konsumgütern schafft Arbeitsplätze. Beides lässt die Steuerquellen noch stärker sprudeln.

    FDP-Politik bedeutet ja nicht unbedingt, das soziale Gleichgewicht wieder in Richtung der ärmeren Menschen zu verschieben. Finden Sie die Verteilung gerecht?

    Kamp: Auch hier bin ich anderer Meinung. Wir fordern ein Steuer- und Transfersystem für die Bedürftigen aus einem Guss. Die FDP will mit dem Bürgergeld ein Existenz sicherndes Mindesteinkommen schaffen. Das Bürgergeld gewährt Hilfebedürftigen die notwendige Hilfe und motiviert Erwerbsfähige zur Arbeitsaufnahme. Das ist gerecht. Das Bürgergeld ist auch einfacher und transparenter als Hartz IV und wirksamer als jede Mindestlohnregelung.

    Die FDP hat ja bei den vergangenen Wahlen einen erheblichen Aufwind in der Wählergunst erfahren. Woran liegt das Ihrer Meinung nach und glauben Sie, dass sich dies fortsetzt?

    Kamp: Wir sind die einzige Partei, die sich für die Mittelschicht und den Mittelstand einsetzt. Wenn wir hier keine Stärkung schaffen, wird unsere Solidargemeinschaft zusammenbrechen. Die Wählerinnen und Wähler haben das erkannt. Wir machen auch nach den Wahlen das, was wir vor den Wahlen gesagt haben. Siehe Hessen und Bayern. Auf uns ist Verlass. Was ist Ihnen noch wichtig, jetzt haben Sie die Chance, das Ihren Wählern mitzuteilen? Kamp: Wer Reformen im Steuer- und Gesundheitsbereich will, die den Namen auch verdienen. Wer will, dass nicht die Findigen, sondern die Fleißigen belohnt werden. Wer diejenigen stärken und motivieren will, die den Karren aus dem Dreck ziehen – der kann beide Stimmen nur der FDP geben. Wir sind die einzige Partei, die sich in diesem Land wirklich um die Mitte kümmert.

    Quelle: Haller Kreisblatt, 19./20. September

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