Heiner Kamp nahm an einer Bereisung der B64 teil. Die Westfälischen Nachrichten berichten hierzu:
Kreis Warendorf - Mit Vollgas voraus. Das ist das Motto von Günter Kozlowski (NRW-Verkehrsministerium). Seine Adressaten sind nicht etwa die Raser, sondern alle, die sich für mehr Tempo auf der B 64 stark machen. Kozlowski war am Donnerstag mit auf Tour, als die IHK-Unternehmer-Initiative „B 64 Plus“ zur Strecken-Bereisung einlud.
Von Freckenhorst ging es über Beelen nach Herzebrock-Clarholz. Zuvor hatte Michael von Bartenwerffer, Sprecher der Unternehmer-Initiative dargestellt, dass es nicht nur um die drei Ortsumgehungen für Warendorf, Freckenhorst und Herzebrock-Clarholz gehe. „Wir brauchen endlich eine vernünftige Verkehrsverbindung zwischen Münster und Bielefeld. Nirgendwo sind zwei Oberzentren so schlecht verbunden wie das hier der Fall ist.“
Seit vier Jahren will die Unternehmer-Initiative (IHK Münster und Bielefeld) den Ausbau vorantreiben. „Wir haben die schweigende Mehrheit auf unserer Seite“, so von Bartenwerffer, der sich auf Befragungen der Bürger beruft. „Der Ausbau der B 64 ist keine fixe Idee einer Randgruppe.“
Auch Landrat Dr. Olaf Gericke unterstrich, dass Wirtschaft, Politik und Bürger an einem Strang ziehen. Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter ergänzte, der Rat habe sich in mehreren Resolutionen sowohl für den Bau der Ortsumgehungen als auch für die Fernverbindung stark gemacht.
Dirk Griepenburg (Landesbetrieb Straßen NRW), betonte, die ausgebaute B 64 sei „keinesfalls eine autobahnähnliche Straße. Die B 64n ist nur 4,50 Meter breiter als jede Landstraße.“ Insbesondere der Ausbau im Standard „2+1-Spuren“ werde aber eine enorme Entlastung für die Autofahrer bedeuten. Griepenburg ist außerdem zuversichtlich, etwa 80 Prozent des Lkw-Verkehrs, der sich derzeit durch die Ortsdurchfahrten quält, innerorts von der Straße holen zu können.
Realistisch sei (wegen der zu erwartenden Klageverfahren), den Baubeginn für 2014 zu planen. Der Verkehr könne dann 2016 rollen.
Neben den Bürgern würde davon besonders die Wirtschaft profitieren. Ludger Dingwerth, Geschäftsführer eines Logistik-Unternehmens in Beelen, bei dem gestern ein Zwischenstopp eingelegt wurde, machte seine eigene Rechnung auf. Weil es ständig Stau auf der B 64 gibt, brauchen seine Lkw länger als die der Konkurrenz. Dingwerth: „Das kostet mich jedes Jahr etwa 70 000 Euro.“
VON BEATE KOPMANN, WARENDORF
