• 09Jun

    Schüler Gerrit Stuchtey versucht sich vier Tage lang als Abgeordneter

    Jungparlamentarier Gerrit Stuchtey (rechts) und Heiner Kamp, MdB

    Versmold/Berlin (HK/sim). Vier Tage lang wie ein Abgeordneter durfte sich der Versmolder Schüler Gerrit Stuchtey fühlen. Der 18-Jährige war einer von 312 Teilnehmern des Planspiels »Jugend und Parlament « . Mit dieser Veranstaltung will der Deutsche Bundestag politikbegeisterten Jugendlichen Einblicke in die Arbeit des Parlaments und der Abgeordneten geben.
    Vom 5. bis zum 8. Juni waren die Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet in Berlin. Die Abgeordneten der verschiedenen Wahlkreise suchen die jungen Leute für das Programm aus.

    Gerrit Stuchtey war auf Einladung des Versmolder Bundestagsabgeordneten Heiner Kamp in die Hauptstadt gereist. Dort schlüpfte er gemeinsam mit seinen Altersgenossen in die Rolle von Politikern. Angelehnt an die realen Fraktionen des Bundestages treten die Jugendlichen in den vier Tagen Parteien bei, die an die real existierenden angelehnt sind: Konservative Volkspartei (KVP), Arbeiterpartei Deutschlands (APD), Liberale Reformpartei (LRP), Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) und Ökologisch-Soziale Partei (ÖSP). Wie ihre Vorbilder mussten die Nachwuchspolitiker dann die einzelnen Gremien – Fraktionen, Landesgruppen, Ausschüsse – zusammensetzen. Anschließend debattierten die neuen »Abgeordneten« fiktive Gesetzesvorlagen und arbeiteten an einer gemeinsamen Linie, die sie dann gegenüber den anderen Fraktionen vertreten mussten.

    Die gemeinsame Debatte über die Gesetze fand dann sogar auf den Plätzen der wirklichen Abgeordneten statt – im Plenarsaal des Bundestages im Reichstagsgebäude. Gerrit Stuchtey wurde von den Spielleitern die Rolle eines Abgeordneten der PSG zugewiesen. Dort gehörte er dem Ausschuss für Wirtschaft und Technologie an. Seine Schwerpunkte lagen in der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Darüber, ob er in einigen Jahren vielleicht selbst Abgeordneter werden möchte, ist sich Gerrit Stuchtey noch nicht im Klaren:
    „Der Arbeitsalltag eines Abgeordneten ist sehr stressig“, lautet das Fazit zu seinen vier Tagen alsMdB. Zunächst möchte er im Anschluss an sein Abitur im nächsten Jahr ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik aufnehmen. „Das ist der richtige Ansatz“, sagt Heiner Kamp, der selbst als Berufspraktiker ins Parlament gekommen ist.

    Haller Kreisblatt, 09.06.2010

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